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 Bürgerinitiative "im blauen Sessel" Ravensburg
 
 
Das Tier und wir

Freitag 25. April 2008 

Religion und Philosophie zogen ehemals eine Trennlinie zwischen Tier und Mensch, die heute durch die moderne Biologie in Frage gestellt wird. Unser Verhältnis zur tierischen Kreatur wurde und wird geprägt durch Liebe und Missachtung, Vergötterung und Dämonisierung. Kunst und Literatur zeigen, wie der Mensch sich in seinem tierischen Gegenüber spiegelt. Doch was im Tier schaut uns an? Dieser Frage ist die Salonnacht gewidmet.


Städtische Galerie im Alten Theater, 18.30 Uhr

Ulrike Felder-Rhein

Die Hörfunkjournalistin Ulrike Felder-Rhein stellt die Mitwirkenden vor und führt in das Thema ein.

 

 

Kleiner Sitzungssaal im Rathaus, 20 und 21 Uhr

Galsan Tschinag

 

 

Galsan Tschinag
liest aus seinem Roman „Der blaue Himmel“
Der mehrfach preisgekrönte mongolische Dichter und Schamane Galsan Tschinag gibt in seinen Büchern tiefe Einblicke in die verloren gehende Kultur der Nomaden. Das Leben mit der Natur, den Jahreszeiten und den Tieren sind wiederkehrende Motive. In „Der blaue Himmel“ erlebt ein Nomadenjunge im Kampf um das Überleben seines geliebten Hundes den Verlust seiner Kindheit und das Zerbrechen alter Traditionen.
Galsan Tschinag`s Gesang >

Kreissparkasse im historischen Waaghaus, 20 und 21 Uhr

Uli Boettcher

 

 

Uli Boettcher,
Schauspieler, liest aus „Fup“ von Jim Dodge
Wer ist hier eigentlich der schrägste Vogel? Im amerikanischen Nirgendwo bilden Fup, die Ente mit dem Appetit eines gefiederten Staubsaugers, der kauzige Grandpa Jake und sein ebenfalls recht eigenartiger Enkel Tiny eine seltsame Wohngemeinschaft. Uli Boettcher lässt diese skurrile Geschichte rund um die Mensch- und Entenwerdung lebendig werden.

Haus Nr. 27
Musikhaus Lange, im spätgotischen Saal, 20 und 21 Uhr

Prof. Clemens Wischermann

 

 

Prof. Clemens Wischermann,
Uni Konstanz, liest „Von Katzen und Menschen – Sozialgeschichte auf leisen Sohlen“
Clemens Wischermann, Professor für Sozialgeschichte, stellt in seinem Buch Aspekte des Zusammenlebens von Mensch und Katze vor. Welchen Wert, welchen Platz haben Katzen in der Welt der Menschen? Beispiele sind die Nutzung von Katzen in der Werbung, ihre Dämonisierung im angloamerikanischen Schauerroman und ihre Vereinnahmung als Familienersatz.

Haus Nr. 43
Festsaal aus dem 15. Jahrhundert, Institut für Tanz, Gina Gohl,
20 und 21 Uhr

Dr. Carmen Rohrbach

 

 

Dr. Carmen Rohrbach,
Biologin und Reiseschriftstellerin,
schildert das Verhalten von Tieren in aller Welt.

Die bekannte Autorin, einst Mitarbeiterin des Verhaltensforschers Konrad Lorenz, wird von ihrem Wandel im Verhältnis zu Tieren sprechen:
vom Benutzen und Ausnutzen der Tiere in der Verhaltensforschung zur respektvollen Beobachtung im natürlichen Lebensraum in Asien, Afrika, Südamerika und Arabien.
Haus Nr. 43
malerische Dachwohnung v. Judith u. Georg Jarosch, 20 u. 21 Uhr

Michael Borrasch

 

 

 

Michael Borrasch
liest aus „Die Schur“ von Bohumil Hrabal.
Der „König der tschechischen Prosa“ erinnert sich an schöne wie phänomenale Jahre auf jenem Brauereigelände des Städtchens Nymburk, auf dem er selbst aufwuchs. Ob Pferde, Schweine oder einen selbstbewussten Waschbär - Tiere schildert Hrabal liebevoll wie die eigene Verwandtschaft.
In ihren Marotten erkennt er seine Mitmenschen und sich selbst, bündelt er Freud und Leid des Lebens.

Haus Nr. 20
Ladengeschäft EG neben Bang&Olufsen, 20 u. 21 Uhr

Steffen Nowak

 

 

Steffen Nowak,
Schauspieler, trägt den „Bericht für eine Akademie“ von Franz Kafka vor.
Als Tier in der Wildnis hatte der Affe viele Möglichkeiten der Flucht oder Auswege; einmal in der Gefangenschaft des Menschen gab es nur eins: zu werden wie ein Mensch. Als Grenzgänger zwischen Mensch und Tier richtet er sich erfolgreich in der menschlichen Gesellschaft ein und entlarvt so deren Lebenslügen, ohne sich selbst von seinem tierischen Charakter lösen zu können.
Haus Nr. 51
Wohnung von Anke und Kai Sprenger,
Raum aus dem 16. Jahrhunderts, 20 und 21 Uhr

Dr. Ina Nettekoven

 

 

Dr. Ina Nettekoven,
Kunsthistorikerin,
spricht über ein „Bestiaire d'amour“.
Bestiarien sind mittelalterliche, meist illustrierte Tierbücher. In einem “Liebes-Bestiarium“ aus dem 13. Jahrhundert versucht der Autor, das Herz einer ungnädig gestimmten, aber brennend verehrten Dame zurückzuerobern, indem er Charakterzüge der Tiere mit der Liebes(un)fähigkeit des Menschen in Relation setzt. Das wenig zimperliche Werk zieht für heutige Leser höchst erheiternde und verblüffende Schlüsse.
Haus Nr. 59
Galerie Doris Hölder, mittelalterliches Kontor der Ravensburger Handelsgesellschaft, 20 und 21 Uhr

Prof. Günther Bien

 

 

Prof. Günther Bien,
Philosoph , spricht zum Thema: „Der Mensch - Krone oder Dornenkrone der Schöpfung?“
Auch der Mensch ist ein animalisches Wesen, hat sich selbst jedoch aufgrund seiner Ausstattung mit Vernunft eine Ausnahmestellung unter den Lebewesen zuerkannt. Diese Selbstdeutung zieht sich durch die Konzeptionen der europäischen Philosophie und hat Folgen für den ethisch verantwortlichen Umgang mit Tieren und für den Umgang des Menschen mit sich selbst.

Haus Nr. 48
Ulrike und Karlheinz Vogt, Torwärterhaus an der Stadtmauer,
20 und 21 Uhr

Wolfram Frommlet

 

 

Wolfram Frommlet
liest „Schiffbruch mit Tiger“ von Yann Martel.
Mit einem ausgewachsenen Tiger allein auf einem Rettungsboot – in dieser Situation befindet sich der 16-jährige Pi nach einem Schiffbruch. Um nicht selbst gefressen zu werden, muss er das Tier mit Fischen versorgen und sein Revier auf engstem Raum abgrenzen. Die Beschreibung der Gemeinschaft wider Willen ist nicht nur eine spannende Robinsonade, sondern ein berührendes Plädoyer für die Achtung der Kreatur, die Kraft des Glaubens und die Macht der Hoffnung.


   
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