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 Bürgerinitiative "im blauen Sessel" Ravensburg
 
 
Salonnacht 2010
 

Wahrheiten über die Lüge

Die Wahrheit ist eine Tugend. Doch Lügen sind auch soziale Begabung und unverzichtbarer Bestandteil menschlichen Miteinanders.  Lebenslügen können Menschen das Leben erträglich machen und ihre Würde bewahren. Jeder lügt also – aber wer will schon belogen werden?

 
Einführungsveranstaltung im Museum Humpis-Quartier,
Marktstr. 45
 




Karin Nowak

führte ins Thema ein > 

  Wolfram Frommlet

stellte die Mitwirkenden der Salonnacht vor 

Rathaus (Spätgotischer Sitzungssaal )

Rainer Erlinger, Autor:
Die Alltagsmoral der Lüge


In wöchentlichen Komumnen im Magazin der Süddeutschen Zeitung geht der Mediziner und Jurist Rainer Erlinger unter anderen der Frage nach, wann Lügen im Alltag moralisch vertretbar sind.

Die Lesung von Rainer Erlinger musste wegen des Vulkanausbruchs des Eyjafjallajökull leider kurzfristig ausfallen.
 
Die Salons der Marktstraße nach Hausnummern:

Nr. 9
Jarmo Mäkinen (Wohnung des finnischen Olympiasiegers)

  Thomas Klupp
las aus seinem Debütroman "Paradiso“"

Alex landet als Anhalter im Auto eines früheren Mitschülers. Spontan beschließt er, in seinen Heimatort zu fahren und versetzt seine Freundin. Kein Thema für Alex, denn Problemen weicht er geschickt mit Flunkereien nach dem Motto „take it easy“ aus. Doch als er seiner Jugendliebe begegnet, entfaltet sein notorischer Selbstbetrug eine zerstörerische Kraft.

    http://paradiso.berlinverlage.de
 
Nr. 13
Figurentheater (Gewölbekeller neben der Brotlaube)
  Thommie Bayer
las aus seinem Roman "Singvogel“"

Mit einer Lüge tritt Jana per E-mail in das Leben von Christian, der ihr Vater sein könnte. Ein vermeintlich wahrhaftiger Dialog entsteht, der von Vertrauen und Intimität geprägt ist. Doch die entscheidende Wahrheit behält Jana bis zum Schluss für sich. Und so verliert Christian etwas, von dem er bis dahin nicht einmal wusste, dass er es besaß.

    http://www.thommie-bayer.de
 
Nr. 16
Familie Sterk (Zunfthaus der Schuhmacher)
  Joachim Zelter

las aus seinem Roman "Die Würde des Lügens“"

Großmutter hat in bessere Kreise eingeheiratet und dominiert mit ihrem Bildungsdünkel die Familie. Ihr Enkel biegt die Wahrheit gemäß ihren Erwartungen zurecht und wird so zum Liebling der Großmama, die die Lüge als „krankhafte Charakterschwäche“ verachtet. Mit feiner Ironie erzählt Joachim Zelter, wie auch selbsternannte Wahrheitsapostel sich nur zu gerne täuschen lassen.

    http://freenet-homepage.de/JoachimZelter
 
Nr. 18
Familie Bretzinger/Schön (Handwerkerstube von 1463)
  Susanne Kraft

las aus ihrem Kriminalroman "Seenot“"

Im Krimi nach einem Bodensee-Tatort lügen nicht nur Verdächtige, sondern auch die Schweizer Ermittler vom anderen Ufer des Sees. Kommissarin Klara Blum muss herausfinden, wer warum für wen lügt. Die Lesung findet im Arbeitszimmer der Drehbuchautorin Dorothee Schön statt, in dem zahlreiche Tatorte erdacht und geschrieben worden sind.

    http://www.emons-verlag.de/tatort.php
 
Nr. 20
Loewe.Galerie (Patrizieranwesen aus dem 15. Jahrhundert)
  Barbara Flückiger, Filmwissenschaftlerin

sprach über "Falsche Fährten im Film"

Ein Nobelpreisträger konstruiert eine Scheinwelt; ein Kinderpsychologe überlebt scheinbar einen Mordanschlag; eine Familie glaubt in einem Gespensterhaus zu wohnen. Mit welchen dramaturgischen Tricks die Zuschauer in die Irre geführt werden, erklärt die Professorin des filmwissenschaftlichen Institutes Zürich anhand von Filmbeispielen.

    http://www.zauberklang.ch
 
Nr. 27
Musikhaus Lange (Saal aus dem 15. Jahrhundert)
  Ulrich Fentzloff, Theologe und Dichter

sprach über "Lüge als tragisches menschliches Phänomen"

Anhand ausgewählter Texte von Sophokles, Sartre und Thomas Mann wird deutlich, dass Lüge nicht nur vermeidbares Fehlverhalten, sondern im Sinne von Lebenslüge auch auswegloses Ausgeliefertsein bedeuten kann. Im zweiten Teil des Abends liest Ulrich Fentzloff Gedichte zu Lebenslügen aus dem Zyklus „Mein weißes Herz, die Totenstube“.

   
 
Nr. 43
Institut für Tanz (Festsaal aus dem 15. Jahrhundert)
  Matthias Katzer, Philosoph,

sprach über "Die Moralphilosophie Immanuel Kants"

Der einflussreichste Philosoph der Aufklärung provoziert mit seinem strengen Lügeverbot: Lügen ist nicht einmal erlaubt, um einen Unschuldigen vor seinem Mörder zu retten. Diese Ansicht erscheint als so extrem, dass die Moralphilosophie Kants insgesamt fragwürdig wird. Was können wir dennoch von Kants Gedanken über das Lügen lernen?

   
 
Nr. 51
Familie Sprenger (Spätmittelalterlicher Saal)


  Steffen Nowak und Michael Borrasch

lasen den Briefroman „Adressat unbekannt“ von Kressmann Taylor

Die Freunde Max Eisenstein und Martin Schulse betreiben eine Kunstgalerie in den USA. Schulse zieht 1932 nach Deutschland, wird zum überzeugten Nazi, liefert Eisensteins Schwester der SA aus und bricht den Briefwechsel zum Juden Max ab. Doch dieser schreibt unbeirrt weiter Briefe an den deutschen „Freund“, die zunehmend die Gestapo interessieren.

   
 
Nr. 59
Galerie Hölder (Mittelalterliches Kontor)


  Gerald Schwedler und Kai Sprenger, Historiker

sprachen über "Die Lüge als politisches Instrument in der Geschichte"

Der Streifzug durch die Geschichte beschäftigt sich mit dem Phänomen der politisch motivierten Lüge und der Geschichtsfälschung von der Antike bis zur Gegenwart. Das Höhlengleichnis Platons, Caesars Gallischer Krieg und die Päpstin Johanna werden hier ebenso skizziert wie die Emser Depesche von 1870 und die Legitimierung des 2. Irakkrieges.

 
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