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 Bürgerinitiative "im blauen Sessel" Ravensburg
 
 
 

Salonnacht am Freitag, den 20. April 2012:

heimat, fremde

Heimat steht für Geborgenheit und Zugehörigkeit, aber auch für Enge und Ausgrenzung des Fremden. Ist Heimat ein Ort? Ein gefundenes oder verlorenes Gefühl? Oder bleibt sie lebenslange Sehnsucht und Utopie?

 
Karin Nowak

führte ins Thema ein >


Michael Borrasch

stellte die Mitwirkenden der Salonnacht vor



Rathaus, Eingang Marktstraße (Spätgotischer Sitzungssaal)

Thomas Brussig, Schriftsteller

Roman „Wie es leuchtet“

Mauerfall in Berlin. Die DDR löst sich auf. Mitten im euphorischen Leuchten der Wendezeit begegnen sich Menschen mit Ängsten und Hoffnungen, bereit zu Wendemanövern aller Art, eine Schicksalsgemeinschaft der Orientierungslosen. Einige verlieren ein Stück Heimat, ohne fort zu gehen, andere finden sie im Unbekannten.

Webseite von Thomas Brussig >
 
Die Salons der Marktstraße nach Hausnummern:

Nr. 9: Salon Jarmo Mäkinen (ehemaliges Patrizierhaus)

 

Leif Randt, Schriftsteller

Roman „Schimmernder Dunst über Coby County“

Eine schönere Heimatstadt als Coby County, den beliebten Ferienort am Meer, kann es nicht geben. Der junge Literaturagent Wim Endersson treibt dort unverbindlich durch ein angenehmes Leben ohne nennenswerte Widrigkeiten oder anstrengende menschliche Bindungen. Und doch ist da diese unbestimmte Sehnsucht nach etwas Größerem hinter dem Horizont.

    Wikipedia über Leif Randt>
 
Nr. 13: Figurentheater (Gewölbekeller neben der Brotlaube)

 

Jasmin Tabatabai, Schauspielerin

Autobiografie „Rosenjahre“

In Persien als Tochter einer Deutschen und eines iranischen Vaters geboren, kommt Jasmin als Zwölfjährige nach Deutschland. Ihre Kindheitserinnerungen erzählen vom Iran vor der islamischen Revolution, einer Heimat, die konkret nicht mehr existiert, die aber im Herzen lebendig geblieben ist.

    Webseite von Jasmin Tabatabai >
 
Nr. 16: Wohnung Breidt & Möller (mittelalterliches Zunfthaus der Schuhmacher)

 

Walle Sayer, Schriftsteller

„Zusammenkunft“
Ein Erzählgeflecht

In heimatlicher Enge verwurzelt und doch frei im Geist: „Sag statt Boden Erdreich, schon stehst du woanders“. Mit seinen literarischen Miniaturen, einer ganz eigenen Art poetischer Prosa, schildert Walle Sayer Altbekanntes, Randständiges, Gewesenes, all das, was uns umgibt und umgab, so: als sähe man es immer wieder zum ersten Mal.

    über Walle Sayer >
 
Nr. 20: Wohnung Weber (Patrizieranwesen aus dem 15. Jahrhundert)

 

Reiner Strunk, Theologe

"Boden-lose Heimat"

Vertraute Landschaften und territoriale Besitzungen bestimmen das vorherrschende Verständnis von Heimat. Doch Heimatansprüche können aggressiv auftreten und ein gefährliches Klima der Abgrenzung gegen Fremdes erzeugen. Revolutionär in seiner Entstehung und immer noch zukunftsfähig ist dagegen der Heimatbegriff des Judentums in Exil und Diaspora.

    Reiner Strunk bei Amazon >
 
 

Anne C. Voorhoeve, Schriftstellerin

„Unterland“

Kurz vor Kriegsende ist Helgoland völlig zerbombt. Seine Bewohner werden auf das Festland evakuiert. Eine Rückkehr auf die Insel scheint ausgeschlossen, die Briten geben sie nicht frei. Hunger, Besatzung und Dinge, über die man nur hinter vorgehaltener Hand sprechen darf, prägen den Alltag der zwölfjährigen Alice. Doch wie alle Helgoländer will sie vor allem eines: zurück auf ihre Heimatinsel.

    Wikipedia über Anne C. Voorhoeve >
 
Nr. 27: Musikhaus Lange (Saal aus dem 15. Jahrhundert)

 

Verena Schmitt-Roschmann, Journalistin

„Heimat- Neuentdeckung eines verpönten Gefühls

Die Geschichte des 20. Jahrhunderts ist geprägt von traumatischen Heimatverlusten, vor allem in der Zeit des Nationalsozialismus. Wie ertrugen Emigranten die erzwungene Entwurzelung im ausländischen Exil? Und wie schwer war es für Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten, in einem neuen Leben Fuß zu fassen, wenn die Sehnsucht nach der alten Heimat blieb?

    Website von Verena Schmitt-Roschmann >

Nr. 43: Institut für Tanz (Festsaal aus dem 15. Jahrhundert)

 

Karen Joisten, Philosophin

Philosophie der Heimat - Heimat der Philosophie

Heimat ist ein schillerndes, ein vielschichtiges Phänomen. Man kann sich ihr annähern, wenn man die übliche Blickrichtung umkehrt und auf den Menschen schaut. Er vereinigt in sich zwei Seiten, nämlich eine wohnende und eine gehende Seite. Gibt er beiden zugleich Raum, entfaltet er sich als ein heimatliches Wesen. Eine lebenslange, unermüdliche Aufgabe.

    Prof. Karen Joisten an der Uni Mainz >
 
Nr. 51: Wohnung Becker (Spätmittelalterlicher Saal)

 

José Oliver, Poet

Essay „Mein andalusisches Schwarzwalddorf“

Lyrikband „fahrtenschreiber“

Im Schwarzwald geboren als Kind andalusischer Eltern, schöpft José Oliver aus einem besonderen  Reichtum: „An meiner Wiege zwei Welten, in mir zwei Welten“. Im „w:ort“ des Dichters klingt der Ort mit, Heimat und auch Fremde. Eigen ist seine Sprache, zart und tastend, „eins mit einer Gegend, die mich immer wieder wortgebiert“.

    Wikipedia über José Oliver >
 
Nr. 59: Galerie Hölder (Mittelalterliches Kontor)

 

Maria Beig, Schriftstellerin

Roman „Rabenkrächzen“

Es las Joachim H. Luger, Schauspieler

Sieben betagte Schwestern treffen sich zur Beerdigung des Onkels in der ländlichen Heimat Oberschwabens. Dort ist nichts mehr, wie es war – und auch die Schwestern haben sich verändert. Eine von ihnen erzählt gleichmütig und kraftvoll, mit Worten „wie auf einer Wiese gewachsen“ (Martin Walser), vom Verlust der Heimat und dem Zerfall der Familie.

    Wikipedia über Maria Beig >
Wikipedia über Joachim H. Luger >
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